Ein Unfall, eine Gewalterfahrung, aber auch ein anderes Ereignis, das das eigene Leben plötzlich verändert, wie etwa eine schwerwiegende medizinische Diagnose oder der Tod eines nahen Angehörigen, können Traumata verursachen.
In einer solchen Situation, in der unmittelbare Gefahr droht oder eine Situation als ausweglos empfunden wird, reagiert der Körper mit einem „Notprogramm“: Der Blutdruck steigt, der Puls rast, es werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Bei extremem Stress kann es dazu kommen, dass man gewissermaßen erstarrt und das Geschehen nicht mehr richtig wahrnimmt; medizinisch nennt man das „Dissoziation“. Betroffene erleben es als ein Gefühl der Unwirklichkeit: als ob sie neben sich stünden oder „in Watte gepackt“ seien.
Die Dissoziation ist in der Gefahrensituation selbst ein sinnvoller Schutzmechanismus, erhöht aber zugleich die Gefahr einer posttraumatischen Belastungsstörung, denn die veränderte Informationswahrnehmung erschwert es, das Erlebte zu verarbeiten.
Die Gefühle und Sinneseindrücke während eines traumatischen Ereignisses sind tief im emotionalen Gedächtnis eingegraben und können, beispielsweise durch Geräusche oder Gerüche, zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich starke Stress- und Panikreaktionen auslösen.