Problemlösetraining: Die Indikation für diese Gruppe wird großzügig gestellt. Sie dient der Weiterführung der Verhaltens- und Bedingungsanalyse, schafft die Möglichkeit zu sozialem Lernen und erlaubt es, zwischenmenschliche Verhaltensmuster der Patienten zu erkennen und der Bedingungsanalyse hinzuzufügen.
Seine Bestandteile sind:
- Identifizieren und Spezifizieren des Problems
- Analyse des Problems
- Aufstellen von Zielen
- Durchführen von Schritten
- Bewerten der Ergebnisse
Die in solchen Problemlösungsprozessen erkennbaren Merkmale der geplanten, zielorientierten, schrittweisen aktiven Vorgehensweisen sind grundlegende Bausteine verhaltenstherapeutischer Strategien.
Selbstsicherheitstraining: Selbstsicherheit stellt ein fortlaufendes Verhaltensspektrum dar mit seiner Ausprägung zwischen Aggression auf der einen und Unsicherheit auf der anderen Seite. Damit ist bei weitem mehr gemeint als „sich durchsetzen„, nämlich eine Einheit aus Gedanken, Gefühlen und Handeln: Eigene Gefühle und Rechte kennen und akzeptieren, ein inneres Gefühl von Selbstsicherheit haben, was häufig als Selbstvertrauen bezeichnet wird, und verantwortungsbewusstes, effektives Handeln bei der Behauptung der eigenen Rechte und dem Erleben von Gefühlen. Damit meint selbstsicheres Verhalten jede sozial gebilligte Form des Ausdrückens eigener Gefühle und persönlicher Rechte.
Gesundheitsprogramm: Im Mittelpunkt stehen Krankheits- und Gesundheitsverhalten. Dabei ist Krankheitsverhalten jedes unangemessene Verhalten, das aus Problemen folgt und sie aufrechterhält oder Verhalten, das Problemen vorangeht und deren Entwicklung begünstigt. Diese Beziehungen bestehen grundsätzlich auch für Gesundheit und Gesundheitsverhalten: Verhalten, das aus Gesundheit folgt oder Gesundheit vorausgeht. Dabei meint Verhalten die Summe aller Lebensäußerungen, unterschieden in „äußeres„ beobachtbares und „inneres„ (verdecktes) Verhalten.
Somit ergeben sich folgende Basiskompetenzen, die vorhanden/nicht vorhanden oder nur teilweise bewusst sind:
- Selbstkontrolle und –regulation seelisch- körperlicher Erregungsprozesse
- Kognitionskontrolle als Fähigkeit zu ziel- und handlungsorientiertem komplexem Denken
- Soziale Kompetenz im Sinne aktiver Anpassungs- und Entwicklungsfähigkeiten im Umgang mit der sozialen Umwelt und
- Ökologische Kompetenz im Umgang mit der physikalisch-chemischen Umwelt
Progressive Muskelentspannung: Sie stellt ein Basistherapeutikum mit einem weiten Anwendungsfeld dar. Unter lerntheoretischen Gesichtspunkten kann das Entspannungstraining im Sinne einer erlernten Reiz-Reaktions-Verbindung aufgefasst werden. Es strebt psychophysiologische Veränderungen an, die den durch akute Belastungssituationen ausgelösten Reaktionen entgegengesetzt sind. Somit stellt ein Entspannungstraining bei sachgerechter Vermittlung einen entscheidenden Wirkfaktor dar. Er kann aber nur erreicht werden, wenn der Übergang in Alltagssituationen etwa dadurch gefördert wird, dass konkrete Hilfen für die Anwendung des Trainings im Alltag gegeben werden.
Teamsport und Sport und Spiel: Im Rahmen der Psychosomatik, die sich mit den wechselseitigen Einflüssen von Erleben und Befinden eines Menschen auf sein körperliches Geschehen, bzw. den Auswirkungen von körperlichen Befindlichkeiten und Krankheiten auf psychisches Wohlbefinden befasst, stellt eine sporttherapeutische Zugangsweise geradezu eine zwingende Notwendigkeit dar. Im Rahmen der Verhaltenstherapie wird der Begriff des Verhaltens weiter differenziert und in verschiedene Ebenen körperlich-psychischen Befindens unterteilt:
- Motorisch:
Veränderung des symptomatischen Verhaltens; Verbesserung motorischer Grundfertigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Geschicklichkeit etc.; Vermittlung elementarer sportlicher Fertigkeiten; Steigerung der motorischen Fertigkeiten. - Physiologisch:
Wiederherstellen körperlicher Leistungsfähigkeit; Stabilisierung physiologischer Parameter; körperliche Fitness - Gedanklich:
Wissen um Sport/Bewegung und deren Möglichkeiten; physiologische Kenntnisse über körperliche Abläufe bei sportlicher Betätigung, Stress, Angst etc.; Wissen um körperliche Trainingseffekte; Beeinflussung schädigender Selbstgespräche(z.B. bezüglich Anspruchsniveau, Leistungsfähigkeit, eigener Grenzen etc.): „Ich bin nichts! Ich kann nichts! Und alles was kommt, sind Katastrophen!" - Gefühle:
Freude an der Bewegung; positives Körpererleben; Erfolgserlebnisse und adäquater Umgang mit Misserfolgen; Bewusstmachen von Gefühlszuständen(Ärger, Freude) in Abhängigkeit von bestimmten Auslösesituationen(Konflikt, Erfolg/Misserfolg); Förderung von Gefühlsausdruck - Soziale:
Kontaktaufnahme und gegenseitiger Austausch verbal und nonverbal; Gruppenfähigkeit; Integration in die Gruppe; selbstbestimmtes Handeln in sozialen Situationen; Kooperation und fairer Wettbewerb
Ergo-/Kreativtherapie: Bei zielgerichteten Indikativen Gruppen stellt sich die Frage nach der Indikation für diese Gruppen. Auf der Hand liegt sie bei grundlegenden Störungen des Tätigseins oder des Arbeitsbereichs, wie z.B. geringer Konzentration, unangepaßtem Arbeitstempo, Mangel an manuellem Geschick oder psychomotorischer Fähigkeiten, sowie bei Defiziten im Vorstellungsbereich und anderen Hirn- Funktionen.
Nimmt man die gesamten kunsttherapeutischen/kreativitätstherapeutischen Ansätze dazu, rücken weitere Problembereiche ins Blickfeld: überkontrollierte Patienten, Patienten mit eingeengten Bewältigungsstrategien und solche mit Defiziten im emotionalen Erleben und Ausdruck von Gefühlen, Patienten mit deutlicher Diskrepanz zwischen Selbstbild und Fremdeinschätzung oder zwischen Selbstbild und konkretem Verhalten. Lebenspraktische Übungen für Patienten mit Lücken bei der befriedigenden und erfolgreichen Lebensführung kommen hinzu.
Insbesondere bei psychosomatischen Patienten lassen sich häufig Einseitigkeiten feststellen, die im Arbeits- und Leistungsbereich zu erheblichen interpersonellen Problemen führen können(z.B. Mobbing). Angeboten werden Materialgruppen(Ton, Malen,Speckstein,Holz etc.); Projektgruppen sowie Gestaltungs-, Medien- und Ausdrucksgruppen.
Musiktherapie: Aktive Gruppenmusiktherapie ist ihrem Wesen nach zunächst menschliche Begegnung. Unter therapeutischen Gesichtspunkten hat sie Störungen mit Krankheitswert im zwischenmenschlichen Bereich zum Gegenstand. Sie ist eine spezifische Form der Gruppenpsychotherapie mit anderen Mitteln. Das therapeutische Prinzip musikalischer Tätigkeit ist ein handlungsorientiertes Prinzip, wobei therapeutische Wirkungen durch das aktive Handeln des Patienten erzielt werden. Musik wird hier als Handlungsmittel verstanden und entsprechend eingesetzt. Inhaltlich richtet sich diese Art der Therapie auf die Veränderung von Einstellungen und Erlebnis- bzw. Verhaltensweisen. Musikalisch ausgelöste Prozesse dieser Art sind in hohem Maße emotional intendiert. Die Wirkungen sind von der subjektiven und stituativen Verfassung des Patienten sowie seinen gelernten und aktuellen Beziehungen zu bestimmter Musik abhängig.
Eigene musikalische Aktivität gab es selten oder nur in längst vergangener Zeit. Sie wird daher im therapeutischen Zusammenhang teilweise gefürchtet, weil man glaubt unmusikalisch zu sein. Leistungsdenken, Bewertungen, Sich-Blamieren-Können, Sich-Trauen etc. sind häufige Themen.