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Psychosomatik und Verhaltensmedizin

In der Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin der MediClin Deister Weser Kliniken behandeln wir seit vielen Jahren Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen und arbeiten vorwiegend nach einem modernen verhaltenstherapeutischen Konzept. Aber auch Musik-, Gestalt- und Kreativtherapie fügen sich nahtlos in unsere Behandlung ein. Dort, wo es erforderlich ist, ergänzen wir die Psychotherapie – in Abstimmung mit Ihnen – durch gezielte medikamentöse Verordnungen. Dabei gehen wir davon aus, dass Menschen deshalb psychosomatisch erkranken können, weil sie die Sprache des Körpers nicht verstehen. Mit jedem Symptom, das wir entwickeln, will uns der Körper etwas mitteilen. Verstehen wir ihn nicht, werden wir krank.

Was bedeutet aber Verhaltenstherapie?

Jeder Mensch befindet sich sein ganzes Leben in einem Lernprozess. Er gewinnt neue Erkenntnisse oder neue Fertigkeiten, alte Dinge werden eventuell vergessen. Diese Lernerfahrungen führen bei jedem von uns zu individuellen Gedanken und Einstellungen, Gewohnheiten, Gefühlen, Aktivitäten oder Körperreaktionen, die wir unter dem Begriff „Verhalten“ zusammenfassen.
In manchen Phasen der jeweiligen Lebensgeschichte kann es nun geschehen, dass sich ungünstige Verhaltensmuster entwickelt haben oder die erlernten Verhaltensmuster für den Umgang mit neu aufgetretenen Belastungen im Leben nicht mehr ausreichen, was sich u.U. in psychosomatischen Erkrankungen äußert.

Symptome verstehen

In der Kindheit werden das spätere Selbstbild, das Weltbild und die wichtigsten Überlebensstrategien begründet, deren Einhaltung durch Gefühle überwacht wird.
Vor allem wenn Eltern Bedingungen für ihre Zuwendung stellen, entstehen starre Regeln beim Kind. Außerdem werden bestimmte Handlungsweisen früh in der Familie gefördert, andere abgelehnt, unterdrückt, verboten, nicht gelernt oder verlernt.
Daher treten mit der Zeit Probleme in verschiedenen Situationen auf. Sie können aber noch kompensiert werden. Wir sprechen von einer Problemphase. Die Beziehungs- und Lebensgestaltung ist beeinflusst.
In der viel später eintretenden Konfliktphase kann nicht mehr kompensiert werden. Wir bemerken häufig unspezifische Stresssymptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe etc.

Nun stehen uns drei Wege offen:
1. Kopf in den Sand stecken
2. Krank werden
3. neuartige Verhaltensweisen erlernen

Aufgrund fehlender Möglichkeiten(Verhaltensdefizite), Befolgung der starren Überlebensregeln und aus Angst vor der Notwendigkeit, das Selbst- und Weltbild ändern zu müssen, können keine neuartigen Verhaltensweisen gezeigt werden, die eine Erweiterung des Verhaltensspielsraums bedeuten würden und den Konflikt lösen könnten.
Also kann der Mensch nur resignieren und ein Leben unterhalb seiner Möglichkeiten führen, oder eben krank werden.
Diese Krankheit ist dann Folge des Konfliktes, stellt eine Kompromisslösung dar und untermauert das alte Selbst- bzw. Weltbild, die Beziehungsgestaltung und die Überlebensregeln. Der Mensch ändert sich nicht!

Professionelle Hilfe nutzen

Wir gehen davon aus, dass solche Lernergebnisse in ungünstiger Richtung wieder rückgängig gemacht oder verändert werden können, also umgelernt werden kann. Ebenso können fehlende Lernprozesse nachgeholt werden. In der Therapie geht es daher darum, Sie in die Lage zu versetzen, ungünstige oder fehlende Aspekte in Ihrem Verhalten zu erkennen und zu verändern. Dabei beschäftigen wir uns mit Ihnen weniger mit der Vergangenheit, um etwa zu sehen, wie es zu der ungünstigen Entwicklung kam, sondern überlegen vielmehr mit Ihnen, was Sie konkret an Ihrem Verhalten ändern können, um Ihr Leben zukünftig besser und ohne Symptome führen zu können.
Das geht nicht ohne Ihre Mitarbeit. Die Verhaltenstherapie ist eine sehr aktive Therapie. Sie findet nicht ausschließlich im Büro des Therapeuten statt. Sie bedient sich der Gruppenarbeit, Übungen im Umfeld und Hausaufgaben. Ihre Mitarbeit ist gefragt, weil Sie „Veränderungsassistenten“ sind, wir nur „Katalysatoren“ für Ihren Veränderungsprozess. Nur Sie wissen, wie es in Ihnen aussieht und nur Sie können umsetzen, was wir vorschlagen.
So sehen wir unsere Klinik als weitgehend angstfreies Übungsfeld, das für ein solches Umlernen günstige Voraussetzungen bietet. In der geschützten Atmosphäre dienen Einzel- und Gruppenangebote und der Klinikalltag mit seinem Austausch zwischen Ihnen und Ihren Mitpatienten als Raum, mit Ihrem Verhalten zu experimentieren und neue Eindrücke zu gewinnen.

Umlernen ist bis ins hohe Alter möglich!

Ihr Ansprechpartner
Dr. med. Sigrid R.-M. Krause

Dr. med. Sigrid R.-M. Krause

Chefärztin Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin

Tel. +49 5042 600 211

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